Fingersatz: Töne richtig greifen

Lerne die Töne auf der Geige in allen Tonarten richtig zu greifen.


Spätestens wenn man sich das Griffbrett der Geige anschaut, fällt einem etwas auf: Das Griffbrett hat keine Bünde, wie man sie z.B. von der Gitarre kennt. Die Bünde helfen dem Spieler, sich auf dem Griffbrett zu orientieren und den passenden Ton in der entsprechenden Tonart zu greifen. Geigenspieler haben es hier schwerer.

Anfänger, die erst anfangen Geige zu spielen, müssen also zunächst lernen, wie sie die Töne auf dem Griffbrett richtig greifen. Wenn du bereits Geige spielst, hast du vielleicht schon von den Fingersätzen für die Geige gehört. Fingersätze zeigen auf, wie die Töne in jeder Tonart gegriffen werden können.

Fingersätze für die Geige

Nachfolgenden findest du eine Infografik zu den Fingersätzen der Geige. Diese Fingersätze sind jeweils für die erste Lage. Was bedeutet erste Lage? Du kannst deine linke Hand (mit der du die Töne greifst) auf unterschiedlicher Höhe am Griffbrett der Geige positionieren. Die Lage gibt dabei diese Position vor. Die erste Lage bedeutet, dass es sich um die erste Handposition handelt und zwar die, die am nächsten zum Wirbelkasten liegt. Deine Hand bleibt innerhalb einer Lage stets in dieser Position, so dass jeder Finger einen definierten Bewegungsraum hat und nur eine begrenzte Anzahl an Tönen greifen kann. Ein Lagenwechsel während des Spielens wird übrigens erst bei komplizierten Stücken notwendig, so dass du zunächst ausschließlich in der ersten Lage üben kannst.

Wie liest man die Fingersätze?

Fingerbezeichnung

Du siehst direkt am Anfang eine symbolische Hand mit farbigen Fingern. Du kannst auch erkennen, dass jeder Finger eine für das Geigenspiel typische Bezeichnung hat. Der Zeigefinger ist der 1. Finger, der Mittelfinger ist der 2. Finger, der Ringfinger ist der 3. Finger und der kleine Finger ist der 4. Finger.

Die Farbe von den Fingern findest du auch in den Fingersätzen wieder. Wenn wir uns z.B. die C-Dur Tonleiter anschauen, dann hat der 1. Finger (blau) die Aufgabe, die Noten A, E, H und F zu greifen. Wenn du in der ersten Lage spielst, kannst du mit dem 1. Finger nur diese Noten greifen, da du sonst deine Hand versetzen müsstest.

In dem chromatischen Fingersatz wirst du auch zweifarbige Kreise finden, in diesem Fall kann diese Note jeweils mit zwei Fingern gegriffen werden und es kommt auf die Situation an, welcher Finger bequemer ist.

Chromatischer Fingersatz

Als erster Fingersatz kommt zunächst der chromatische Fingersatz für die Geige. Dieser enthält die Noten der chromatischen Tonleiter, also alle Noten, die du auf der Geige in der ersten Lage spielen kannst. Dieser Fingersatz dient lediglich einem besseren Verständnis der Tonabstände auf dem Griffbrett.

Fingersätze nach Tonart

Nachfolgend findest du die häufigsten Tonarten, die auf der Geige gespielt werden, nämlich C-Dur, G-Dur, D-Dur, A-Dur, F-Dur, B-Dur und a-Moll, e-Moll, h-Moll, fis-Moll, d-Moll, g-Moll.

Reihenfolge der Noten

Ist dir aufgefallen, dass die Noten innerhalb eines Fingersatzes mehrmals vorkommen? Das liegt zum einen daran, dass du einige Noten unterschiedlich greifen kannst und zum anderen hast du natürlichen noch die Übergänge in die jeweils nächste Oktave.

Wenn wir uns den chromatischen Fingersatz anschauen, dann wäre die tiefste Note das G, nämlich die offene G-Saite. Danach kommen alle gegriffenen Töne auf der G-Saite (von Gis/As bis zum D). Und anschließend die offene D-Saite, die übrigens dem letzten gegriffenen Ton auf der G-Saite entspricht, gefolgt von allen gegriffenen Töne auf der D-Saite und so weiter.

Mit dieser Infografik treffen auch Anfänger schnell die Töne auf der Geige. Noch mehr Anleitungen auf Musicol.de.

Wenn du noch mehr zum Thema Geige lernen erfahren möchtest, empfehle ich dir unseren Ultimativen Leitfaden.

Autorin: Daria Beizerov
Daria ist professionelle Musikerin und unterrichtet seit nunmehr 14 Jahren sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene. Darias tiefgreifende Expertise hat ihr ermöglicht, eigene Methodiken zu entwickeln. Sie legt dabei großen Wert darauf, die Kreativität zu kultivieren. Ihr geballtes Wissen stellt sie dir im Blog und im Lernzentrum zur Verfügung.
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