Grundübung für die Saitenwechsel

Lerne mit dieser Übung die Saitenwechsel auf der Geige zu meistern.


Beim Einspielen achten wir besonders auf die linke Hand, während wir dabei die rechte Hand - die Bogenhand - vernachlässigen. Darunter leidet allerdings eine sehr wichtige Technik, nämlich der Saitenwechsel. Heute zeige ich dir eine Übung, die du deswegen unbedingt in dein Übungsprogramm einbauen solltest.

Die nachfolgende Grundübung mit Saitenwechseln kannst du idealerweise zwischen der Übung mit Tonleitern und den Etüden bzw. Stücken einbauen. Ich würde sie allen empfehlen, die erfolgreich Geige lernen möchten.

Schauen wir uns die Übung einmal an. Sie ist in 4 Abschnitte aufgeteilt und in jedem Abschnitt trainierst du jeweils eine Art des Saitenwechsels. In jeder Übung sind die Noten gleich, so dass du dich nur auf die rechte Hand konzentrieren kannst. Und das ist ja schließlich der Zweck dieser Übung.

Wenn du übrigens noch mehr zu den Saitenwechseln mit Bildern und Videos erfahren möchtest oder weitere Übungen suchst, dann kann ich dir unser kostenloses Lernzentrum, das bereits von vielen Geigenschülern geschätzt wird, ans Herz legen.

Bei allen Saitenwechseln geht es in erster Linie um die Pünktlichkeit. Wie können wir für Pünktlichkeit sorgen? Nur durch eine frühzeitige, langsame und weiche Bewegung des rechten Ellenbogens. Das heißt, dass du deinen Ellenbogen bereits vor dem eigentlichen Saitenwechsel in die Ebene der kommenden Saite bewegen musst, sodass du zum Zeitpunkt des neuen Tons nur noch deinen Unterarm und den Bogen auf die neue Saite bringen musst. Wenn man sich den Saitenwechsel in Zeitlupe anschauen würde, sollte deine Hand bei abwechselndem Saitenwechsel (z.B. D-A, A-D, D-A usw.) die Bahn der Ziffer 8 nachzeichnen.

Übung für die Saitenwechsel in 4 Abschnitten

Tipp

Wenn es um die Saitenwechsel geht, muss man unbedingt darauf achten, dass man die rechte Schulter ganz locker hält und der Ellenbogen eine schöne natürliche Position hat. Mit einem angespannten rechten Arm ist es nicht möglich, schöne, weiche, runde und rechtzeitig ausgeführte Saitenwechsel zu machen. Und nehme immer dieselbe Menge an Bogen für jeden Bogenzug.

Spiele diese Übung erst ganz langsam und achte besonders darauf, dass du deinen Ellenbogen bereits in der Mitte des aktuellen Tones in die Richtung der nachfolgenden Saite bewegst. Nehme dabei für jeden Ab- und Aufstrich immer gleich viel Bogen und spiele diese Übung erstmal in der Mitte des Bogens. 


1

Nun erschweren wir die Aufgabe etwas und fügen zusätzlich Bindebögen hinzu.

Hinweis

Ein Bindebogen bedeutet, dass die Töne, die mit dem Bindebogen verbunden sind, in einem Bogenzug gespielt werden.

Der erste Saitenwechsel, der zwischen dem ersten und dem zweiten Ton stattfindet, stellt normalerweise kein Problem dar. Achte jedoch auf den zweiten Saitenwechsel zwischen dem ersten und dem zweiten Bindebogen, der oft zu spät und ungenau sein wird, weil wir hier gegen die Schwerkraft arbeiten müssen.

Da man in dieser Übung doppelt so lange Töne zieht, als in der ersten, empfiehlt es sich, hier den ganzen Bogen zu nehmen. Wenn du nach mehrmaligem Spiel merkst, du könntest jetzt schon etwas schneller spielen, kannst du diese Übung auch in der Mitte des Bogens versuchen.


2

Die nachfolgenden zwei Übungen bilden eine gespiegelte Version. In der dritten Übung beginnst du nämlich im Aufstrich und spielst somit alles sozusagen umgekehrt. Sieht einfach aus oder? Beim ersten Durchspielen wirst du aber schnell sehen, wie anders und fremd dir manche Bewegungen vorkommen werden, obwohl sich der Text nicht geändert hat.


3

Die letzte Übung ist wieder eine Variation mit Bindebögen.


4

Lerne diese Übung bei Bedarf auswendig und baue sie in dein Übungsprogramm ein, auch wenn du noch keine langen Tonleiter und große Stücke spielst.

Hast du noch Fragen zum Saitenwechsel? Dann schreibe mir gerne in die Kommentare.

Autorin: Daria Beizerov
Daria ist professionelle Musikerin und unterrichtet seit nunmehr 14 Jahren sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene. Darias tiefgreifende Expertise hat ihr ermöglicht, eigene Methodiken zu entwickeln. Sie legt dabei großen Wert darauf, die Kreativität zu kultivieren. Ihr geballtes Wissen stellt sie dir im Blog und im Lernzentrum zur Verfügung.
Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn jetzt mit deinen Freunden!
>